Meins oder Deins? Aspekte demokratischer Streitkultur

Wie teilt man sich zu dritt einen Kürbis? Das war die überraschende Frage der Referentin an die Teilnehmenden. Überraschend war auch die Antwort, dass zunächst die Bedürfnisse der Einzelnen geklärt werden müssen. Es könnte sich jetzt heraus stellen, dass jemand den Kürbis als Maske für Halloween braucht, eine andere Person nur die Kürbiskerne rösten möchte  und die dritte Person das Fruchtfleisch für eine Suppe braucht. Die anfangs naheliegende Antwort, dass man den Kürbis drittelt, hätte da wohl alle unglücklich gemacht. Auf diese Art erfuhren wir von den Stufen der demokratischen Konfliktlösung.

Dabei stellt die Mehrheitsentscheidung die denkbar schlechteste Form der Lösung dar. Auch das war überraschend, denn schnell erleben wir diese Form im Alltag, bei Elternversammlungen oder im Unternehmen. Wenn es um Konfliktlösungsideen geht, kann Kreativität weiterhelfen: In drei Workshops haben die Teilnehmenden ein Hörspiel produziert, humorvolle Methoden aus der Clownerie kennengelernt und „ein Streitgespräch getrommelt“ und eine Fotostory erstellt. Die Teilnehmenden lernten außerdem die Grundwerte unseres Grundgesetzes als Basis des Zusammenlebens in Deutschland kennen. Im eingesetzten Großgruppenspiel „GG20. Spiel mit den Grundrechten unserer Demokratie“  zeigten sich aber auch die unterschiedlichen Rechtslagen von Geflüchteten und deutschen Staatsbürger*innen. Viele der deutschen Teilnehmenden äußerten, wie selbstverständlich ihnen diese Grundrechte im Alltag sind und das man auf keines verzichten möchte. Allerdings passierte ein interessanter Perspektivwechsel, als sie erfuhren, dass für die jungen Geflüchteten nicht alle Grundrechte gelten. Die Geflüchteten machten deutlich, wie enorm wichtig für das Asylrecht für ihr Leben und ihren Alltag ist.

Veranstalter: Evangelische Akademie der Nordkirche